Wer schon die eine oder andere meiner Veröffentlichungen oder mein Buch gelesen hat, der weiß, dass ich ein großer Freund von zielführenden Vertriebsprozessen bin.

Ein Trainerkollege bezeichnete mich kürzlich als „Vertriebsfuzzie“, was durchaus positiv gemeint war und was ich auch als Kompliment auffasse.

Ich vertrete leidenschaftlich die Meinung, dass man in Unternehmen klare und möglichst einfache Prozesse implementieren muss, um nachhaltig erfolgreich zu bleiben.

In Workshops, Trainings oder auf Veranstaltungen drehen sich die Fragen und Gespräche aber auch immer wieder um ein Thema, welches bei all den nüchternen Prozessen, Strategien und Konzepten nicht außer Acht gelassen werden kann – die emotionale Ebene im Verkauf.

Trotz all der Technik, trotz Social-Media und automatisierten Vertriebsprozessen und trotz CRM, Digitalisierung und sonstigen Dingen, die sich der Homo-Öconomicus ausgedacht hat, sind und bleiben die handelnden Personen – die Menschen – doch noch die entscheidenden Faktoren im Verkauf. Und deshalb können Befürchtungen, Hoffnungen, Gefühle, Frustrationen, Motivation und Demotivation, Neid, Wut, Sorgen und Ängste und alles, was sich sonst noch auf emotionaler Ebene abspielt, nicht ignoriert werden.

Wir alle – und ich schließe mich hier ausdrücklich mit ein – kennen doch Situationen, wie die Folgenden:

  • Wir haben uns fest vorgenommen, Telefonakquise zu machen und können uns einfach nicht aufraffen, den Hörer in die Hand zu nehmen und loszulegen, weil die unweigerlich kommenden „Neins“ uns schon im Voraus frustrieren
  • Nach drei vier Telefonaten, in denen wir uns nur verbale Ohrfeigen abgeholt haben, ist unsere Motivation auf dem Nullpunkt
  • Der sicher geglaubte Auftrag geht nun doch an die Konkurrenz, was uns Schmerz, Frust und Enttäuschung bereitet
  • In der jährlichen Verhandlungsrunde mit unserem Stammkunden haben wir unsere Preisvorstellungen wieder nicht durchsetzen können
  • Obwohl wir alles bestens geplant haben und bei unserem Kunden im Wort stehen, wurde die Lieferung nun doch aufgrund von internen Problemen nicht fristgerecht ausgeliefert
  • Und, und, und…

Ich bin mir sicher, Sie alle könnten diese Liste noch unendlich erweitern.

Rückschläge, Niederlagen, Enttäuschungen, Ängste und Befürchtungen – viele negative Emotionen, die uns als Verkäufer zum Teil extrem frustrieren und die unsere Motivation zerstören. Aber was hilft das alles? Wir müssen trotzdem unseren Job machen. Dafür werden wir bezahlt und das fordert unser Chef gnadenlos und mit Recht ein.

Ich habe kürzlich ein Zitat von Christian Lindner gelesen, welches die Problematik auch im Vertrieb treffend auf den Punkt bringt.

„Die Kunst des Lebens ist es, sich nicht gefangen nehmen zu lassen von der Frustration, sondern dann aufzustehen und dennoch weiterzumachen.“

Im Verkauf braucht man besondere Qualitäten. Sylvester Stallone hat diese in seinen Rocky-Filmen, zwar extrem überzeichnet, aber doch sehr eindringlich, dargestellt. In der Boxersprache bezeichnet man diese als die berühmten Nehmerqualitäten.

Hinfallen – aufstehen – den nächsten Schlag bekommen – wieder hinfallen – und wieder aufstehen – uns so weiter und so fort…

Nicht jeder, der im Vertrieb und Verkauf tätig ist, wurde von Mutter Natur mit den erforderlichen Fähigkeiten zur Frustbewältigung und Selbstmotivation gesegnet.

Auch, wenn es martialisch klingt – Sieg und Niederlage oder auch Erfolg und Misserfolg sind reine Kopfsache. Jeder hat es selbst in der Hand, ob man eine Niederlage als Katastrophe ansieht und ins Jammertal fällt oder ob man in der Lage ist, sich mit der Kraft der eigenen Gedanken wieder positiv zu programmieren.

Ob wir im Vertrieb erfolgreich sind, hängt zu einem großen Teil davon ab, was sich zwischen unseren Ohren abspielt.

Deshalb sollte sich jeder, der vertrieblich tätig ist, Techniken, Methoden und Rituale aneignen, um die erforderliche Motivation immer und immer wieder aufzubringen.

In einem Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie, welches ich über einen längeren Zeitraum begleitet habe, berichteten die Verkäufer in Workshops und Trainings immer wieder von ihren mentalen Problemen.

Es stellte sich heraus, dass fast alle aus dem circa 20-Personen starken Vertriebsteam immer wieder mit Motivationslöchern zu kämpfen hatten. Manche aufgrund von häufigen Rückschlägen oder Frustrationen, manche auch einfach nur, weil sie mal einen schlechten Tag oder eine unglückliche Phase hatten. Sogar die Topverkäufer und die emotionalen Leader gaben nach anfänglichem Zögern offen zu, dass auch sie hin und wieder mal einen kleinen Hänger hatten.

Wir installierten einen sogenannten Motivationszirkel, den ich anfangs noch moderierte, der aber relativ schnell in die eigene Verantwortung des Vertriebsteams überging.

Von vielen zunächst belächelt oder argwöhnisch beäugt, trafen wir uns im vierwöchigen Rhythmus zu einer maximal einstündigen Veranstaltung.

Dabei ging es nicht darum, sich gegenseitig über die erlittenen Niederlagen hinwegzutrösten und die vergossenen Tränen zu trocknen. Nein, ganz im Gegenteil.

Anhand von erfolgreichen Projekten, gewonnenen Rabattschlachten und auch kleineren, zum Teil persönlichen Triumphen, wurden die Erfolgsfaktoren identifiziert und darauf aufbauend Best-Practice-Ansätze entwickelt und für alle aus dem Team nutzbar gemacht.

Ohne das anfangs befürchtete „Tschakka-Tschakka“ und ohne tiefenpsychologisches Tamtam entwickelten wir Rituale, die für eine positive Grundstimmung sorgten und aus denen wirksame Motivationshilfen für alle entstanden.

So gelang es sogar, die Skeptiker und die, die üblicherweise alles schwarz malen und mit ihrer schlechten Laune gerne auch mal den Energielevel einer ganzen Gruppe in den negativen Bereich ziehen, zumindest ansatzweise positiv zu stimmen und erfolgreiche Glaubenssätze in die Köpfe zu pflanzen.

Wie mir der Vertriebsleiter kürzlich im Telefonat berichtete, war rückblickend neben der Prozessarbeit der Motivationszirkel das wirkungsvollste Instrument, dass wir während unserer Zusammenarbeit auf die Beine gestellt haben.

Aber auch, wenn man als Verkäufer nicht in einem größeren Team zusammenarbeitet oder als Freiberufler, Consultant oder Trainer sowieso auf sich alleine gestellt ist, gibt es Möglichkeiten, wie man trotz unvermeidbarer Rück- und Tiefschläge die eigene Motivation hochhalten und ein positives Mindset entwickeln kann.

Rückschläge und Niederlagen gehören zum Leben dazu. Die Frage ist aber immer, wie man damit umgehen möchte.

Jeder kann für sich Glaubenssätze und positive Gedanken entwickeln, die einem helfen, auch mit negativen Erlebnissen und Gefühlen positiv umzugehen.

Siege und Erfolge – und nicht zuletzt Verkaufserfolge – entstehen im Kopf. Wir selbst – jeder einzelne – hat die Wahl und die Möglichkeiten, dafür die Grundlagen zu legen.

Die erforderlichen Techniken zur Entwicklung eines positiven Mindset kann man erlernen. Gerne unterstütze ich Sie dabei.

Holger Steitz ist Trainer, Berater, Redner und Autor für Vertrieb, Führung und Verhandlungstechniken im B2B-Umfeld und der Kopf von SALE DIRECT. Die SALE DIRECT GmbH unterstützt B2B-Unternehmen bei der Entwicklung und Optimierung von Vertriebsstrategien und bei der Umsetzung von Konzepten zur Neukundengewinnung für erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen.

In dem im Haufe-Verlag erschienenen Fachbuch “Verkaufen ohne Tricks und Kniffe: Mit System zum B2B-Vertriebserfolg”, beschreibt Holger Steitz den kompletten Verkaufsprozess für Investitionsgüter und Dienstleistungen und gibt für alle Phasen Praxistipps für Einsteiger aber auch für Vertriebsverantwortliche in Unternehmen.

Meistens beschäftige ich mich in meinen Beiträgen ja mit Themen, bei denen es im weitesten Sinne um die Neukundengewinnung geht.

Erstansprache, Kundenqualifizierung, Akquiseprozesse, XING und LinkedIn im Vertrieb, Angebotsmanagement, Preisverhandlungstechniken, den Vertragsabschluss sowie die Effektivität und Effizienz in der Vertriebsarbeit.

Mit diesem Beitrag möchte ich mich mit dem Thema Bestandskundenmanagement befassen und hier besonders die Möglichkeiten zum Ausschöpfen der vorhandenen Potentiale bei den Bestandskunden beleuchten.

Ich erinnere mich noch sehr gut an eine Situation, die schon viele Jahre zurückliegt. Als Vertriebsleiter eines Unternehmens aus der Elektrotechnik-Branche war ich mit einem unserer Außendienstmitarbeiter bei einem Kunden. Unser Gebietsvertreter – ein erfahrener Handelsvertreter – führte mich zu einem unserer langjährigen guten Kunden aus dem Bereich der Energieversorgung.

Wir saßen bei dem technischen Leiter, tranken Kaffee, knabberten Kekse, und betrieben fleißig Smalltalk. Nachdem uns allmählich der Redestoff ausging, versuchte ich das Thema in Richtung des Geschäfts zu lenken.

Wir lieferten seit vielen Jahren Kabelverteilerschränke in unterschiedlichen Größen, die wir anschlußfertig nach den technischen Vorgaben des Kunden komplettierten und auf Abruf direkt in die verschiedenen Außenläger zustellten.

Pflichtbewusst fragte ich nach, ob man denn mit der Qualität unserer Produkte, unserem Lieferservice und der Betreuung durch den Verkäufer zufrieden sei.

Der Betriebsleiter bekundete, dass wir zu den zuverlässigsten Lieferanten gehörten, mit einem ausgezeichneten Service und einer vorbildlichen Betreuung durch unseren Außendienst. Man erwarte für das kommende Jahr in etwa gleichbleibende Mengen und, sofern von Seiten des Einkaufs dem nichts entgegen spreche, sollten wir davon ausgehen, dass wir auch im folgenden Jahr den größten Teil des Bedarfs an Kabelverteilerschränken liefern dürften.

Hoch erfreut bedankte ich mich brav und begann, das Cross- und Up-Selling-Potentail des Kunden zu ergründen, was damals allerdings noch nicht so bezeichnet wurde. ;-)

Ich erwähnte, dass wir bisher ja nur einen Teil unseres Produktprogramms an den Kunden liefern, und fragte nach, ob man denn keine Hausanschluss-Säulen, Niederspannungsverteilungen oder Zählerschränke benötige.

Im Augenwinkel beobachtete ich, dass unsere Handelsvertreter nervös und umständlich versuchte, unseren Produktkatalog aus seinem Aktenkoffer zu fingern und irgendwie eine unnatürliche Gesichtsfarbe angenommen hatte.

Der Betriebsleiter unseres Kunden war Profi genug, um den Außendienstler nicht allzu schlecht aussehen zu lassen. Nach einer umständlich langen Vorrede beteuerte er, dass er sehr wohl wisse, was wir noch alles anbieten könnten, dass es bisher aber „nicht gepasst“ habe.

Ich beließ es zunächst dabei. Unser Außendienst-Kollege führte dann anhand unseres Produktkatalogs unsere komplette Lieferpalette vor und stellte sich dabei so ungelenk an, dass es nicht zu übersehen war, dass er sich selbst schon länger nicht mehr damit auseinander gesetzt hatte.

Später, im Auto sitzend, versicherte der Handelsvertreter, dass er sowohl dem Technischen Leiter als auch dem Einkauf mehrmals unser gesamtes Programm vorgestellt habe, es aber, aus für ihn nicht nachzuvollziehenden Gründen, noch nicht zum Auftrag gekommen sei.

Mir war klar, dass hier in den letzten Jahren einiges nicht wirklich gut gemacht wurde. Unser Außendienst war aber ansonsten fleißig und engagiert und auch menschlich gut zu ertragen, sodass ich es bei einer augenzwinkernden, formalen Aufforderung beließ, es zukünftig besser zu machen.

Nun, warum erzähle ich Ihnen dieses schon lange zurück liegende Erlebnis so ausführlich?

Weil es eine Situation und das damit verbundene Phänomen beschreibt, welches ich erstaunlicherweise über die vielen Jahre als Trainer und Berater immer noch und immer wieder erlebe.

Man macht gute und solide Umsätze mit einem Kunden, alle Beteiligten sind weitgehend zufrieden und bescheinigen sich gegenseitig, einen guten Job zu machen, aber die tatsächlich vorhandenen Potentiale werden nicht ausgeschöpft.

Häufig ist es dann der Zufall, der dem Kunden einen Hinweis auf weitere interessante Produkte des Lieferanten gibt, und dann hört man den Ausspruch, „Ach, das machen Sie auch?“

Warum ist das so?

Aus den gemachten Erfahrungen kann ich sagen, dass es nicht den einen, alles erklärenden Grund gibt. Viele Faktoren spielen dabei offensichtlich eine Rolle.

  • Bequemlichkeit und fehlende Erfahrung
  • Unkenntnis über die Leistungen und Prozesse bei dem Kunden
  • Unklare Entscheidungsstrukturen bei den Kunden
  • Regionale und räumliche Trennung von Verantwortlichkeiten auf Seiten des Kunden und des Lieferanten
  • Unzureichende Produktkenntnis des Verkäufers
  • Fehlende oder falsche Anreizsysteme im Vertrieb
  • Etc.

Die Liste ließe sich noch beliebig erweitern, da es sicherlich noch viele individuelle Gründe für das nicht ausschöpfen der vorhandene Potentiale bei den Bestandskunden gibt.

Glücklicherweise erlebe ich aber immer wieder auch Vertriebler und Unternehmen, die gerade im Bereich Cross- und Up-Selling vorbildlich agieren. In deren Vertriebsprozess einfache, aber klare Maßnahmen integriert wurden, mit denen gezielt nach möglichen Chancen für Zusatzgeschäfte, Verbrauchs- und Ersatzteilaufträge sowie Service- und Dienstleistungen gesucht werden.

Im Prinzip gilt es auch hier wieder – wie fast immer im Vertriebsprozess – zur richtigen Zeit die richtigen Fragen zu stellen und beharrlich die erforderlichen Wege zu gehen.

Überall in der Vertriebsliteratur wird darauf verwiesen, dass die Kosten für die Gewinnung eines Neukunden um ein Vielfaches höher sind als die systematische Ausschöpfung der Potentiale bei den Bestandskunden. Zumal man bereits über Ansprechpartner, Erfahrungen in der Zusammenarbeit und oft jahrelang erfolgreich durchgeführte Projekte verweisen kann.

Damit will ich nicht sagen, dass Sie ab sofort auf die Neukundenakquise verzichten sollen. Natürlich nicht!

Die systematische Nutzung von Cross- und Up-Selling-Chancen bei den zufriedenen Kunden bieten aber auf jeden Fall ein großes Potential für Umsatzwachstum, von dem schließlich sowohl das Unternehmen, der Verkäufer und idealerweise auch der Kunde profitiert.

Also, ran an den Speck!

Holger Steitz ist Trainer, Berater, Redner und Autor für Vertrieb, Führung und Verhandlungstechniken im B2B-Umfeld und der Kopf von SALE DIRECT. Die SALE DIRECT GmbH unterstützt B2B-Unternehmen bei der Entwicklung und Optimierung von Vertriebsstrategien und bei der Umsetzung von Konzepten zur Neukundengewinnung für erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen.

In dem im Haufe-Verlag erschienenen Fachbuch “Verkaufen ohne Tricks und Kniffe: Mit System zum B2B-Vertriebserfolg”, beschreibt Holger Steitz den kompletten Verkaufsprozess für Investitionsgüter und Dienstleistungen und gibt für alle Phasen Praxistipps für Einsteiger aber auch für Vertriebsverantwortliche in Unternehmen.

Wieder so ein reißerischer Titel, wird sich jetzt der eine oder andere von Ihnen vielleicht denken. Als ich aber über das Thema dieses Beitrags nachdachte, war aber genau dies der erste Gedanke, der sich in meinem Denkorgan einfand.

„Friss oder stirb“

Das scheint für manche Verkäufer das Motto zu sein, wenn es um die Nachverfolgung von Angeboten geht.

Ich bin immer wieder regelrecht erschüttert, wenn ich sehe, wie manche Verkäufer, Kalkulatoren, Vertriebs-Ingenieure und alle anderen, die Angebote kalkulieren und erstellen, mit den mühsam verfassten Angeboten umgehen.

Tage und Wochen werden für die Erstellung des Angebots verwendet. Teilweise vorab Begehungen und stundenlange Besprechungen bei Kunden durchgeführt, Aufmaße genommen, mehrere Angebote bei möglichen Vorlieferanten eingeholt, Muster bestellt und weitergeleitet, Prototypen gebaut, Präsentationen erstellt und durchgeführt, aufwändige Lösungen entwickelt und verschiedene Szenarien durchgerechnet.

Schließlich unter Abwägung aller Eventualitäten kalkuliert, Zuschlagssätze ermittelt, mehrmals verändert und doch noch weggelassen, Margen groß- und wieder klein gerechnet, Angstzuschläge in die Berechnung mit eingefügt, die man später wieder nachlassen kann, den Endpreis in großer Runde mit der Geschäftsleitung diskutiert und schließlich, unter Berücksichtigung aller bekannten und unbekannten Risiken, ein nach bestem Wissen und Gewissen ausgearbeitetes Angebot erstellt und an den Kunden gesendet.

Und dann?

Dann passiert, für mich immer wieder völlig unverständlich, häufig genau – NICHTS.

Ob man denn keine Angebotsnachverfolgung mache, fragte ich einen Verkäufer bei einem meiner letzten Inhouse-Trainings und bekam die Antwort, die ich leider schon sehr oft gehört habe.
„Der wird sich schon melden, wenn er Fragen hat.“

Je nach Tagesform macht mich diese Antwort immer wieder wütend, betroffen oder einfach nur fassungslos. Denn hier passiert wieder das, was ich leider in vielen Unternehmen mit erklärungsbedürftigen Produkten und Dienstleistungen in fast allen Phasen des Vertriebsprozesses erlebe.

Der Vertrieb beziehungsweise die Vertriebsmitarbeiter verharren in einer passiven Rolle und warten, was der Kunde tut. Man ist reaktiv und hofft, dass schon alles gut gehen wird.

Nach meiner Überzeugung ist Vertrieb aber genau das Gegenteil davon. Vertrieb bedeutet aktiv sein, am Ball bleiben und die Entscheidung zu meinen eigenen Gunsten zu beeinflussen, soweit dies möglich ist.

Das hat nichts mit Manipulation zu tun.

Ich gehe davon aus, dass ein Verkäufer – besonders im B2B-Umfeld – immer die Produkte und Leistungen anbietet, die für den Kunden die optimale Lösung darstellen.

Kunden kaufen nicht nur beim Billigsten. Kunden kaufen auch nicht nur bei dem, der am schnellsten das Angebot zusendet. Kunden kaufen auch nicht nur bei dem, der die scheinbar beste Qualität anbietet. Und Kunden kaufen auch nicht immer bei dem mit dem mutmaßlich besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Kunden kaufen bei dem, der es schafft, am ehesten zu vermitteln, dass er daran interessiert ist, die bestmögliche Leistung oder das bestmögliche Produkt anzubieten für die Lösung des gerade vorliegenden Kundenproblems.

Und genau deshalb ist es zwingend erforderlich, eine gut durchdachte und zielführende Angebotsverfolgung durchzuführen.

Man muss dem Kunden vermitteln, dass man den Auftrag haben will! Und zwar, weil man davon felsenfest überzeugt ist, dass das eigene Angebot für den Kunden die beste Lösung darstellt.

Es gilt, dem Kunden dabei zu helfen, die für ihn beste Entscheidung zu treffen. Und das geht nur, indem man die Angebote, die man zeitintensiv und nach besten Kräften erstellt hat, nachverfolgt.

Damit will ich nicht sagen, dass man jedem Angebot – also auch dem mit einem Wert von 25,39 € – bis zum Sanktnimmerleinstag hinterher telefonieren soll. Natürlich nicht.

Wenn man feststellt, dass man keine Chance hat, dass der Kunde sich schon anderweitig entschieden hat oder man nur das berühmte dritte Angebot abgegeben hat, dann höre ich selbstverständlich auf mit der Nachverfolgung. Der Fehler ist dann schon viel früher passiert und deshalb investiere ich nicht noch mehr Zeit damit, ein totes Pferd zu reiten, sondern steige ab.

Wenn man aber als professioneller Verkäufer, auf Basis eines Angebotsvorgesprächs und einer betriebswirtschaftlich beziehungsweise technisch-fachlich perfekten Kalkulation, ein Angebot abgegeben hat, dann muss man dem Kunden dabei helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.
Und dafür braucht man ein durchdachtes Angebotsmanagement und eine professionelle Angebotsverfolgung.

Gerne unterstütze ich Sie bei der Entwicklung des Konzepts, beim Training und bei der erfolgreichen Umsetzung.

Holger Steitz ist Trainer, Berater, Redner und Autor für Vertrieb, Führung und Verhandlungstechniken im B2B-Umfeld und der Kopf von SALE DIRECT. Die SALE DIRECT GmbH unterstützt B2B-Unternehmen bei der Entwicklung und Optimierung von Vertriebsstrategien und bei der Umsetzung von Konzepten zur Neukundengewinnung für erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen.

In dem im Haufe-Verlag erschienenen Fachbuch “Verkaufen ohne Tricks und Kniffe: Mit System zum B2B-Vertriebserfolg”, beschreibt Holger Steitz den kompletten Verkaufsprozess für Investitionsgüter und Dienstleistungen und gibt für alle Phasen Praxistipps für Einsteiger aber auch für Vertriebsverantwortliche in Unternehmen.

Zum Jahresbeginn ist es wieder soweit. Überall finden sich jetzt wieder die Führungszirkel der Unternehmen zusammen und planen das nächste Jahr. Auch viele Klein- und Kleinstunternehmer, Selbstständige und Freiberufler nehmen sich jetzt die Zeit, um in einer ruhigen Stunde zu überlegen, was man im kommenden Jahr denn so alles erreichen möchte.

Bei einem Unternehmen aus Thüringen, aus der Werbe- und PR-Branche, war ich eingeladen, um den Planungsprozess zu moderieren und speziell die damit verbundenen Maßnahmen im Vertrieb zu planen, einzuleiten und die konkreten Steuerungs-und Führungsinstrumente zu implementieren.

In einem Hotel am Rande des Thüringer-Waldes traf sich die Führungsriege, bestehend aus den beiden Gesellschafter-Geschäftsführern sowie insgesamt sechs Führungskräften beziehungsweise Schlüssel-Mitarbeitern aus den Funktionsbereichen, um das nächste Jahr zu planen.

Im Vorgespräch erklärten die beiden Geschäftsführer, dass nach ihrer Einschätzung der Markt sowie die Ressourcen und Möglichkeiten des Unternehmens durchaus ein deutlich höheres Wachstum zuließen, als die durchschnittlich drei bis vier Prozent der letzten fünf Jahre. Demzufolge bestand meine Aufgabe darin, den Teufelskreis zu durchbrechen und die möglichen Potentiale in die Köpfe der Führungskräfte sowie in die Planung und Umsetzung zu bringen.

Die Zahlen der letzten und des laufenden Jahres lagen vor, Informationen über die Marktentwicklung, Prognosen und zu erwartenden Projekte aus der Stammkundschaft sowie sich abzeichnende Chancen bei Neukunden wurden kontrovers diskutiert.

Nach langem Hin und Her entwickelte sich schließlich eine, von manchen aus der Gruppe als konservativ, aber realistisch und von anderen als ambitioniert, aber erreichbar eingeschätzte Umsatzplanung, die in einer Steigerung von etwas über drei Prozent im Vergleich zum laufenden Jahr mündete. Also alles wie gehabt.

Entsprechend meiner Aufgabenstellung begann ich unangenehme Fragen zu stellen. Zunächst erntete ich nur abschätzige Blicke, mitleidiges, süffisantes Lächeln und Kommentare, die mein offensichtlich nicht vorhandenes Insider-Branchenwissen aufdecken sollten. Meine Fragen bezogen sich darauf, ob es denn nicht möglich sei, aus den nun vorliegenden gut drei Prozent auf 10 oder gar 20 Prozent Steigerung zu kommen.

Wie erwartet, schmetterten mir die Werbe- und PR-Fachleute gefühlte tausend Argumente entgegen, die meinen Vorschlag als absurd und völlig unmöglich darstellen sollten. Fehlendes Knowhow in bestimmten Bereichen, unzulängliche IT-Ausstattung, fehlende fachliche Eignung mancher Mitarbeiter, unzureichende Marktkenntnis, nicht vorhandener Zugang in bestimmte Märkte und natürlich auch die fehlende Vertriebspower wurden als nicht wegzudiskutierende Hindernisse aufgezählt, die ein deutlicheres Wachstum absolut unmöglich machten. Punkt!

Ich ließ nicht locker und erzählte schließlich die Geschichte von Sir Roger Bannister.

Roger Bannister war ein britischer Mittelstreckenläufer aus den 1940er- und 50er-Jahre, der vorwiegend auf der Meilenstrecke unterwegs war.

Jahrzehntelang galt es als absolut unmöglich, die Meile unter vier Minuten zu laufen. Über viele Jahre hatten sich unzählige der besten Läufer vergeblich bemüht, diese magische Grenze zu durchbrechen. Trainer, Mediziner und Wissenschaftler der damaligen Zeit gingen davon aus, dass der menschliche Organismus, das Herz und die Lunge sowie der Knochen- und Muskelapparat nicht in der Lage seien, den Belastungen standzuhalten, die eine derartige Leistung erforderte.

Roger Bannister hatte sich zum Ziel gesetzt, den Rekord zu knacken und nach vielen vergeblichen Versuchen gelang es ihm schließlich am 6. Mai 1954, auf dem Gelände der Oxford University, mit einer Zeit von 3 Minuten 59,4 Sekunden die magische Grenze zu durchbrechen.

Das, was aber schließlich als „Bannister-Effekt“ in die Geschichte einging, war aber etwas ganz anderes.

Nachdem nämlich Roger Bannister am 6. Mai 1954 diese scheinbar unüberwindbare Grenze überschritten hatte, schafften noch im gleichen Jahr weitere 37 Athleten ebenfalls die Meile unter vier Minuten zu laufen.

Roger Bannister hatte keine neue Technik entwickelt und es wurden auch keinerlei unerlaubten Substanzen eingesetzt. Das einzige was sich geändert hatte, waren der Glaube und die Überzeugungen dieser Läufer.

Was vorher als unmöglich galt, war nun als machbar bewiesen. Mit seinem Rekordlauf hat Roger Bannister nicht nur die magische Marke von vier Minuten eingerissen, sondern auch die Denkblockade, dass dies nicht möglich sei. Alle Welt wusste nun, dass es möglich war und jeder Athlet konnte daran glauben, dass es zu schaffen ist und deshalb gelang es ihnen ebenfalls.

Nach meiner kurzen Geschichte war es ganz still im Raum. Niemand sagte etwas, bis schließlich nach einer gefühlten Ewigkeit eine der teilnehmenden Damen leise und ruhig zu sich selbst sagte: „Grenzen existieren nur im Kopf“.

Ich merkte, wie meine Geschichte und dieser Satz in den Köpfen der Teilnehmer arbeitete und brach das erneute Schweigen, in dem ich die Frage, die ich eingangs gestellt hatte, umformulierte.

„Was müsste denn passieren, getan und verändert werden, um im nächsten Jahr ein Umsatzwachstum von 10 bis 20 Prozent zu erzielen?“

Nach einer erneuten kurzen Pause, in der man eine Stecknadel hätte fallen hören können, sagte schließlich einer der Abteilungsleiter, „Dazu müssten wir zum Beispiel die Pharma-Branche angehen“. „Dann müssen wir unser Packaging-Knowhow erweiterten“, warf eine Kollegin ein und der Vertriebsmann bemerkte, dass man dazu auch die Vertriebsressourcen ausbauen müsste.

Jetzt waren wir auf dem richtigen Weg und nach einer Kaffeepause sammelten wir gezielt die notwendigen Maßnahmen und Aktivitäten, die für die Zielerreichung – Umsatzsteigerung um 20% – tatsächlich angegangen und vor allem auch umgesetzt werden müssen.

Es entstand eine To-Do-Liste mit mehr als 60 Punkten, in der natürlich auch Investitionen und Personalmaßnahmen enthalten waren.

Die jeweiligen Punkte ordneten wir thematisch, bildeten Projekte und Aufgabenpakete und fügten schließlich noch Verantwortliche und Termine hinzu.

Am Ende des Tages hatten wir eine umfangreiche und nahezu vollständige Planung für das kommende Jahr, mit konkreten Projekten, Aufgaben und Terminen für das gesamte Unternehmen, die alle auf das große Ziel – Umsatzwachstum von 20% für das Jahr 2018 – ausgerichtet waren.

Das Feedback der Inhaber und deren Mitarbeiter war erwartungsgemäß sehr gut. Besonders gefreut hat mich aber, dass fast alle Teilnehmer hervorhoben, dass sie jetzt deutlich motovierter und mit mehr Elan in das kommende Jahr gehen würden und man vielen diese neue Begeisterung auch anmerken konnte.

Ich darf das Unternehmen auch im kommenden Jahr als Berater und Coach begleiten und halte sie gerne über den Verlauf und die Ergebnisse durch Blogbeiträge und Posts auf dem Laufenden. Seien Sie gespannt…

Holger Steitz ist Trainer, Berater, Redner und Autor für Vertrieb, Führung und Verhandlungstechniken im B2B-Umfeld und der Kopf von SALE DIRECT. Die SALE DIRECT GmbH unterstützt B2B-Unternehmen bei der Entwicklung und Optimierung von Vertriebsstrategien und bei der Umsetzung von Konzepten zur Neukundengewinnung für erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen.

In dem im Haufe-Verlag erschienenen Fachbuch “Verkaufen ohne Tricks und Kniffe: Mit System zum B2B-Vertriebserfolg”, beschreibt Holger Steitz den kompletten Verkaufsprozess für Investitionsgüter und Dienstleistungen und gibt für alle Phasen Praxistipps für Einsteiger aber auch für Vertriebsverantwortliche in Unternehmen.

Ich war richtig erschrocken.
Mir war schon aufgefallen, dass er in den letzten Minuten immer unruhiger wurde, seine Halsschlagadern immer mehr anschwollen und dass sich die Gesichtsfarbe immer mehr in Richtung tiefrot veränderte.

Der Inhaber des achtzig-Mann-Unternehmens aus dem Siegerland, der den Metallbearbeitungs-Betrieb vor 25 Jahren von seinem Vater übernommen und zu stattlicher Größe weiterentwickelt hatte, hatte die Contenance verloren.

Er hatte an dem Inhouse-Vertriebstraining teilgenommen welches ich seit gestern durchführte, um seinen Mitarbeitern zu signalisieren, welchen Stellenwert dieses Training für ihn und das Unternehmen hat. Bisher hatte er sich weitgehend im Hintergrund gehalten und nur gelegentlich meine Ausführungen durch eigene Erlebnisse und konkrete Fälle aus der Praxis bekräftigt.

Gedanklich war er voll dabei und beobachtete sehr gut, wie seine Vertriebsmitarbeiter – insgesamt neun Außen- und Innendienst-Vertriebler, mit stark technischer Ausrichtung – bei den einzelnen Themenblöcken und den praktischen Übungen agierten.

Das Unternehmen liefert zum großen Teil vorkonfektionierte Stahl- und Edelstahlbleche sowie individuelle Metallbauteile für die Industrie, und die Aufträge, bei den meist großen Kunden, liegen in der Regel im hohen fünf- bis sechsstelligen Bereich.

Am Nachmittag des zweiten Trainingstages ging es um das Thema Preisverhandlungen. Ich hatte den 10-stufigen Preisverhandlungsprozess vorgestellt und wir waren gerade dabei, die konkreten Verhandlungsschritte durchzugehen.

Zwei der Teilnehmer nahmen das Thema offensichtlich nicht besonders ernst und meinten, dass man auf seine Intuition vertrauen sollte. „Ich weiß, wann ich den Sack zu machen muss“, brüstete sich einer der Außendienstverkäufer. Er sagte, dass er sich auf diesen „Verhandlungszirkus“ nicht einlassen und lieber auf zwei, drei Prozentpunkte verzichten würde, bevor er den Auftrag verliert. Ein etwas älterer Innendienst-Vertriebler unterstützte ihn in seiner Argumentation.

Ich argumentierte, dass jeder zu früh und vielleicht sogar unnötigerweise gewährte Nachlass sich extrem negativ auf den Unternehmenserfolg auswirkt und rechnete anhand von ein paar einfachen Beispielen vor, welche Auswirkungen zu hohe Nachlässe auf den Deckungsbeitrag haben können.

Die beiden Herren beharrten auf ihrem Standpunkt und ich hatte ihnen bereits angekündigt, dass ich sie für die anstehenden Fallbeispiele in der Rolle des Verkäufers sehen möchte.

Vermutlich war es nicht zuletzt die arrogante Art und die Uneinsichtigkeit der beiden Herren, die dazu führte, dass dem Geschäftsführer und Inhaber nun der Kragen platzte.

„Verdammt – Ihr verschenkt mein Geld“, platzte es aus ihm heraus und die übrigen Teilnehmer waren mindestens genauso überrascht wie ich.

Ich wollte zuerst einschreiten, um die Sache nicht weiter eskalieren zu lassen, hielt mich dann aber zurück und ließ den erfahrenen Unternehmer, der sich wieder gefangen hatte, weiter ausführen.

„Wir verschenken bei mindestens jedem zweiten Auftrag Geld, weil wir nicht in der Lage sind, die zum Teil viel zu hohen Nachlassforderungen der Einkäufer herunter zu handeln. Für das Unternehmensergebnis macht es einen riesengroßen Unterschied, ob wir einen Nachlass von 3% oder von 1,5% gewähren. Jeder verschenkte Prozentpunkt verhindert die Einstellung von dringend benötigten neuen Mitarbeitern oder Investitionen in Maschinen und Anlagen, für das weitere Wachstum des Unternehmens. Es lohnt sich, um jeden Euro Marge zu kämpfen, um den eigenen Arbeitsplatz und die Existenz des Unternehmens langfristig abzusichern.“

Diese und ähnliche Argumente hatte ich zwar auch schon ins Feld geführt, aber aus dem Mund des Chefs und mit den entsprechenden Emotionen erzielten diese nun schließlich die erhoffte und offensichtlich nachhaltige Wirkung.

Bei den folgenden Fallbeispielen erwiesen sich die beiden Querulanten als besonders gelehrige Trainingsteilnehmer und verhandelten, was das Zeug hielt. Keine Stufe des Preisverhandlungsprozesses wurde ausgelassen, teilweise gar keine Nachlässe gewährt, sondern Gegenleistungen ausgehandelt und mit jedem Rollenspiel wurde den Teilnehmern klarer, worauf es bei der Verhandlung ankommt.

  1. Erst verhandeln, wenn klar ist, dass nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden
  2. Niemals zuerst einen möglichen Nachlasswert nennen
  3. Klare Grenzen aufzeigen und notfalls Verhandlungen vertagen
  4. Keine Leistung ohne Gegenleistung

Einkäufer pokern meist recht gut und beherrschen Verhandlungstechniken, weil sie diese in Schulungen gelernt und in praktischen Übungen verfeinert haben. Dem gilt es als Verkäufer etwas entgegenzusetzen, wenn man nicht jedes Mal als gefühlter Verlierer aus der Preisverhandlung herausgehen will.

Wer gut vorbereitet und mit einer klaren Strategie in Preisverhandlungen und Rabattrunden geht, ist in der Lage, die Nachlassforderung der Kunden zum Teil deutlich zu reduzieren.

Jeder nicht nachgelassene Euro sichert die Existenz des Unternehmens und nicht zuletzt des eigenen Arbeitsplatzes, sodass es mehr als sinnvoll ist, über entsprechendes Knowhow in Sachen Preisverhandlung und Abschlusstechniken zu verfügen.

Holger Steitz ist Trainer, Berater, Redner und Autor für Vertrieb, Führung und Verhandlungstechniken im B2B-Umfeld und der Kopf von SALE DIRECT. Die SALE DIRECT GmbH unterstützt B2B-Unternehmen bei der Entwicklung und Optimierung von Vertriebsstrategien und bei der Umsetzung von Konzepten zur Neukundengewinnung für erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen.

In dem im Haufe-Verlag erschienenen Fachbuch “Verkaufen ohne Tricks und Kniffe: Mit System zum B2B-Vertriebserfolg”, beschreibt Holger Steitz den kompletten Verkaufsprozess für Investitionsgüter und Dienstleistungen und gibt für alle Phasen Praxistipps für Einsteiger aber auch für Vertriebsverantwortliche in Unternehmen.

Ich liebe Dr. House. Der schrullige aber geniale Diagnostiker aus der amerikanischen Arztserie, der durch seine gewagten Thesen immer wieder neue, ungeahnte Krankheiten aufspürt und damit die scheinbar Unheilbaren doch noch vor dem sichergeglaubten Tod zu retten.

Aufgrund seiner oft unter die Gürtellinie gehenden Sprüche wird er von vielen gehasst, und auch mich nervt die natürlich stark überzeichnete Figur mit seinem ständigen Sarkasmus manchmal so, dass ich schnell weiter zappe.

Einer seiner Sprüche, der immer wieder in unterschiedlichem Zusammenhang fällt, gefällt mir aber sehr gut und bildet daher den Titel zu diesem Beitrag. „Work smart – not hard“.

In Beratungsprojekten treffe ich immer wieder auf Menschen – nicht nur Vertriebler – die tatsächlich jeden Tag ihr Bestes geben und im wahrsten Sinne des Wortes hart arbeiten.

Harte Arbeit und Disziplin sind in der Tat die Basis für verkäuferischen Erfolg.

Der besonders erfolgreiche Vertriebler unterscheidet sich nach meiner Erfahrung aber vor allem durch eine Eigenschaft von dem durchschnittlichen Verkäufer.

Er ist in der Lage, die erfolgskritischen Tätigkeiten zu identifizieren und diese, trotz Termindruck, unvorhergesehenen Projekte und dem täglichen Wahnsinn, regelmäßig und kontinuierlich zu erledigen.

Und hier passt der Spruch von Dr. House so gut, dass ich ihn häufig verwende, um die Problematik zu verdeutlichen.

Zuerst die großen Steine

Gerade in der heutigen Zeit, in der es immer schwieriger wird, qualifizierte Mitarbeiter für immer anspruchsvollere Aufgaben zu finden, gilt es, die Produktivität der Mitarbeiter zu erhöhen. Im Vertrieb bedeutet das, die qualifizierte Vertriebsarbeit deutlich zu erhöhen und die für den Vertrieb unproduktive Zeit zu reduzieren.

Viele von Ihnen kennen die Metapher, bei der es gilt, drei große Steine, einen Beutel mit Kieselsteinen, einen Beutel mit feinem Sand und eine Kanne Wasser in eine scheinbar viel zu kleine Glaskaraffe zu füllen.

Und uns allen ist sehr schnell klar, dass es auf die Reihenfolge ankommt. Das es nur möglich ist, indem man zuerst die großen Steine vorsichtig hineinlegt, danach den Kiesel hineinfüllt und erst dann den feinen Sand in die Zwischenräume laufen lässt. Und zum Schluss kann man dann sogar noch mit dem Wasser auffüllen.

Was wir aber in unserm Leben und besonders im Berufsleben tun, ist das genaue Gegenteil.

Wir lassen uns vom Tagesgeschäft treiben.

Wir lassen zu, dass unsere Glaskaraffe, die bei uns Tag heißt, dominiert wird von Dingen, die scheinbar alle wichtig und dringend sind. Wir lassen uns vom täglichen Wahnsinn dominieren.

Wir lassen zu, dass der Sand – die vielen Tagesroutinen, die vielen kleinen Zeitdiebe – einen großen Platz in unserer Glaskaraffe einnehmen.

Wir haben uns damit abgefunden, dass sich der Kies – der die vielen To-Do’s repräsentiert – unaufhaltsam Minute für Minute nimmt und nehmen leider immer häufiger resignierend zur Kenntnis, dass am Ende des Tages kein Platz mehr in unserer Tageskaraffe bleibt, um die großen Steine hineinzupacken.

Hören Sie auf damit!

Fokussierung bringt nachhaltigen Erfolg

Identifizieren Sie, was Ihre drei großen Steine sind.

Was sind Ihre maximal drei Aufgaben und Projekte, die für Sie persönlich in Ihrem jeweiligen Kontext erfolgskritisch sind.

Fragen Sie sich immer – und zwar immer wieder neu – welche drei Tätigkeiten sind für den Erfolg meines Tuns, meiner Aufgabe, meines Unternehmens, aktuell verantwortlich?

Mit welchem Fokus erreiche ich den höchsten Wirkungsgrat?

Und dann sorgen Sie dafür, dass diese Aufgaben mit höchster Priorität getan werden.

Planen Sie diese Tätigkeiten fest in ihren Tagesablauf ein und bringen Sie die notwendige Disziplin auf, um diese Dinge dann auch tatsächlich umzusetzen.

Bloggen Sie Zeiten in Ihrem Kalender – immer maximal nur eine Stunde – in der Sie sich ganz ihren erfolgskritischen Tätigkeiten widmen.

Ohne Störung.

Ich behaupte, jeder – absolut jeder – ist in der Lage, zwei Stunden am Tag – eine vormittags, eine nachmittags – zu bloggen und sich in dieser Zeit nur mit den großen Steinen zu beschäftigen.

Jeder kann für eine Stunde sein Telefon auf die Zentrale oder einen Kollegen umleiten.

Jeder kann dafür sorgen, dass in dieser Stunde keine E-Mails aufpoppen.

Und jeder ist in der Lage, ein Schild an seine Bürotür zu hängen oder an seinen Schreibtisch zu stellen auf dem steht „bitte nicht stören“.

Eine Stunde – 60 Minuten – in denen die Welt nicht  untergeht, wenn Sie nicht telefonisch erreichbar sind, in denen eine E-Mail nicht sofort beantwortet wird und in der man nicht für jeden unmittelbar ansprechbar ist.

Und in dieser Stunde arbeiten Sie konzentriert an ihren erfolgskritischen Aufgaben – und an nichts anderem.

Danach rufen Sie die Menschen zurück, die versucht haben Sie telefonisch zu erreichen. Danach beantworten Sie die E-Mails, die in der Zwischenzeit eingegangen sind und danach stehen Sie auch ihren Mitarbeitern wieder für ihre Fragen zur Verfügung.

Stellen Sie immer wieder die Frage:

Bin ich gerade produktiv oder bin ich nur aktiv?

Wahrscheinlich denkt der eine oder andere von Ihnen gerade, „der Steitz hat ja überhaupt keine Ahnung! Was der da schreibt funktioniert bei uns nicht.“

Ich bin kein Fantast und weiß auch, dass es Phasen gibt, in denen es chaotisch zugeht. Messevorbereitung, Projektabnahmen, längere Geschäftsreisen und so weiter.

Und ich weiß auch, dass das, was ich Ihnen gerade empfohlen habe, in diesen Phasen gar nicht möglich ist.

Aber umso wichtiger ist es, dass man sich nach diesen chaotischen Phasen wieder hinsetzt, seine Krone richtet und wieder neu überlegt, was sind meine erfolgskritischen Tätigkeiten und wie muss ich in der nächsten Zeit meine Arbeit organisieren, um meine Potentiale am effizientesten zu nutzen.

So werden Sie maximal wirksam und erreichen schnellere und bessere Ergebnisse bei den Themen, die für Sie und Ihr Unternehmen erfolgskritisch sind. Probieren Sie es aus…

Die SALE DIRECT GmbH unterstützt B2B-Unternehmen bei der Entwicklung und Optimierung von Vertriebsstrategien und bei der Umsetzung von Konzepten zur Neukundengewinnung für erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen. Holger Steitz ist Trainer, Berater, Redner und Autor für Vertrieb, Führung und Verhandlungstechniken im B2B-Umfeld und der Kopf von SALE DIRECT.

Mehr B2B-Vertriebs-Knowhow und Ideen für die Neukundengewinnung erhalten Sie in meinem kostenlosen E-Book “Schlüsselqualifikationen erfolgreicher B2B-Verkäufer”. Hier geht’s zum gratis Download.

In meiner Beratungspraxis erlebe ich immer wieder ein interessantes Phänomen.
Man kommt an einem Punkt, an dem es gilt, bestimmte Dinge umzusetzen und plötzlich fangen Verantwortliche an nervös zu werden.
Obwohl alle Beteiligten in den bisherigen Prozess involviert waren, gelangt man an eine unsichtbare Klippe, vor der gerade altgediente Führungskräfte scheuen, wie das Pferd vor dem zu hohen Hindernis.

Im Vorfeld werden Workshops durchgeführt, die klar und deutlich aufgezeigt haben, welche Dinge im Argen liegen. Man hat in Arbeitsgruppen herausgearbeitet, dass bestimmte Prozesse nicht rund laufen oder einfach von der Zeit überholt wurden. Es hat sich herausgestellt, dass der Markt neue Maßnahmen fordert, neue Technologien drängen nach vorne oder vielleicht ist man auch zu der Erkenntnis gekommen, dass personelle Veränderungen erforderlich sind.

Und trotzdem erlebe ich – und das geht anderen Beratern und Coaches sicher ähnlich – dass verantwortliche Führungskräfte sich extrem schwer damit tun, die nun als notwendig erachteten Dinge wirklich auch konsequent umzusetzen.

Die gebräuchlichste Methode ist das Spiel auf Zeit. Dann werden Vorwände gesucht und meist auch gefunden, die erst noch abgewartet oder erledigt werden müssen. Vielleicht kommt ja doch noch der Großauftrag, der schon verloren gegangen schien. Möglicherweise muss die Messe abgewartet werden, weil es dort ja noch neue Erkenntnisse geben könnte oder man schiebt auch einfach die Urlaubszeit vor, in der man ja offensichtlich nichts entscheiden und schon gar nicht umsetzen kann.

Dahinter steckt tatsächlich die leise Hoffnung, dass noch etwas Unvorhergesehenes geschieht, was die notwendigen Veränderungen nun doch überflüssig werden lässt. Menschlich vielleicht sogar verständlich, aber professionelles Handeln sieht definitiv anders aus.

Ebenfalls gerne genommen wird der Vorwand, dass man sich noch nicht darüber im Klaren ist, wie man die Veränderungen kommunizieren soll.
Wenn dies der Fall ist, ist auf dem Weg schon einiges gewaltig schief gelaufen. Wenn man Prozesse optimieren möchte, neue Methoden und Strategien einführen will, dann gilt es, die beteiligten Führungskräfte und Mitarbeiter von Anfang an mitzunehmen – auch oder besonders im Mittelstand.
Bei meinen Projekten bestehe ich darauf, dass die Schlüsselpersonen und gegebenenfalls auch die unmittelbar von möglichen Optimierungsmaßnahmen betroffenen Mitarbeiter von Beginn an mit im Boot sind. Sowohl in der Analyse- als auch in der Entwicklungsphase.

Zum einen wäre es ja sträflich, das Knowhow und die Erfahrung der Menschen nicht zu nutzen und zum anderen erleichtert das Einbinden der Mitarbeiter natürlich auch die spätere Umsetzung und erspart langwierige und schwierige Gespräche.

Das eigentliche Motiv hinter der Verzögerungs- und Vermeidungstaktik der Führungskräfte ist aber etwas ganz anderes.

Gerade in der aktuellen Phase, in der die deutsche Wirtschaft nur so brummt und die Unternehmen vor Kraft kaum laufen können, fürchtet man, dass man mit Veränderungen – und seien sie noch so richtig, wichtig und zukunftsorientiert – die gut laufenden Maschine aus dem Rhythmus bringen könnte. „Never change a running system“, ist der gern zitierte Satz.

Nun gut, ich habe gerade auch wieder mit Unternehmen zu tun, die tatsächlich auf bis zu 130 Prozent Auslastung fahren und die nach dem Prinzip „Augen zu und durch“ versuchen, die eingehenden Aufträge so gut wie möglich abzuarbeiten.
Ich kann gut verstehen, dass man in dieser Phase versucht, alle Störungen und größere Veränderungen zu vermeiden. Es hilft aber nichts. Als Führungskraft und im Management gehört es zu den Aufgaben, das Unternehmen zukunftsfähig zu machen und eines ist so sicher wie das berühmte Amen in der Kirche.
Es werden auch wieder Krisen oder zumindest Zeiten kommen, in denen die eine oder andere Branche um jeden einzelnen Auftrag kämpfen muss, auch wenn es derzeit nicht danach aussieht.

Die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens hängt ganz entscheidend davon ab, ob die verantwortlichen Manager in der Lage sind, in die Zukunft zu schauen und vorausschauend zu handeln. Demzufolge macht es keinen Sinn, die als notwendig und zukunftsweisend identifizierten Veränderungen nur deshalb nicht umzusetzen, weil man gerade eine gute Auftragslage hat. Ganz im Gegenteil.

Schnelles und proaktives Handeln ist gefragt, sodass man nach der gründlichen Analyse und der sauber ausgearbeiteten Strategieentwicklung möglichst zeitnah mit der Umsetzung der Maßnahmen und der Implementierung der Prozesse und Methoden beginnen sollte.

Gerade im Vertrieb können Tage oder Wochen darüber entscheiden, ob man dem Wettbewerb in Zukunft einen kleinen, aber entscheidenden Schritt voraus ist oder ob man in der nächsten Flaute zu den Verlierern gehört. Deshalb ran ans Werk und mutig an die Umsetzung…

Die SALE DIRECT GmbH unterstützt B2B-Unternehmen bei der Entwicklung und Optimierung von Vertriebsstrategien und bei der Umsetzung von Konzepten zur Neukundengewinnung für erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen. Holger Steitz ist Berater, Trainer, Redner und Autor für Vertrieb, Führung und Verhandlungstechniken im B2B-Umfeld und der Kopf von SALE DIRECT.

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Wer meine Veröffentlichungen verfolgt, der weiß, dass ich ein exzessiver Nutzer von XING bin. XING ist für meine eigene Akquise inzwischen das bedeutendste Instrument geworden und ich bringe die von mir umgesetzte Systematik in jedem Unternehmen ein, welches ich berate.

Und selbstverständlich ist der zielführende Umgang mit XING auch ein wesentlicher Bestandteil meiner Vertriebstrainings und Seminare.

Vor kurzem habe ich die Grenze von 12.000 direkten XING-Kontakten geknackt und möchte dies zum Anlass nehmen, zumindest grob darzustellen, wie ich XING für den Vertrieb nutze.

Kürzlich sagte ein Geschäftsführer in einem Workshop: „Was soll das denn mit dem XING? Ich will wissen, wie wir verkaufen sollen.“ Ich glaube es ist mir im weiteren Verlauf des Workshops gelungen, dem Firmenchef klar zu machen, dass XING ein wichtiger Teil des B2B-Verkaufsprozesses darstellt und maßgeblich zum Erfolg der Vertriebsmaßnahmen beitragen wird.

Häufig höre ich auch, „ich hab mich zwar mal angemeldet, aber gebracht hat das bisher noch nichts“. Logisch, kann ich dazu nur erwidern. Wer glaubt, mit der bloßen Erstellung eines mehr oder weniger aussagefähigen Profils wäre es getan, der irrt natürlich ganz gewaltig. Man muss schon aktiv damit arbeiten.

Inzwischen gibt es unzählige XING-Seminare von Trainern und Coaches, in denen man lernen kann, wie man XING professionell für seine beruflichen Zwecke nutzt und auch auf dem Buchmarkt findet man unter dem Stichwort „XING“ jede Menge nützliche, aber leider auch weniger nützliche Literatur.

Ich nutze XING seit mehr als 10 Jahren sehr intensiv und zielorientiert für die Vertriebsarbeit. Sicherlich sind manche Dinge, die ich dort tue, etwas unorthodox und gelegentlich habe ich auch die eine oder andere Funktion etwas zweckentfremdet, aber mir geht es einzig und alleine darum, mit interessanten Menschen innerhalb von XING in Kontakt zu treten.

Für den von mir empfohlenen Umgang mit XING gehe ich davon aus, dass Sie eine Premium-Mitgliedschaft abgeschlossen haben, welche aktuell für circa 60 Euro pro Jahr zu haben ist.

Das eigene Profil als Basis

Zunächst einmal halte ich es für unerlässlich, dass man sein eigenes Profil auf XING so gestaltet, dass man selbst für seine Zielgruppe als interessanter Kontakt wahrgenommen wird. Dazu gehören neben einem professionellen und seriösen Bild – private Urlaubsschnappschüsse, Aufnahmen im Faschingskostüm oder Bilder mit aufgemalter Deutschlandflagge auf der Wange haben hier nichts zu suchen – auf jeden Fall die vollständigen Kontaktdaten, der berufliche Werdegang und die aktuelle Position mit Angabe des Verantwortungsbereichs.

Wenn man XING für vertriebliche Zwecke nutzen möchte, sollten die Eintragungen unter „Ich suche“ und „Ich biete“ so gestaltet sein, dass ein Interessent dort leicht überblicken kann, was man von Ihnen kaufen kann oder was Sie kaufen möchten. Viele Mitglieder haben dort Formulierungen stehen, die darauf hinweisen, dass man XING als Karriereplattform nutzen möchte. Das ist natürlich in Ordnung und wenn der Schwerpunkt eben in diese Richtung geht, ist daran auch gar nichts auszusetzen.

Also, wie nutze ich XING?

Zunächst einmal ist XING eine riesengroße Datenbank zum Finden von Firmen und Entscheidern. Wer gerade beginnt, sich mit XING als Vertriebstool auseinanderzusetzen, sollte einfach einen Test machen.

Direkt im oberen Bereich befindet sich ein Suchfenster und daneben ein Pull-down-Button für die erweiterte Suche. Öffnet man das Menü kann man zwischen verschiedenen Suchparametern wählen. Klickt man auf „Mitglieder“, öffnet sich ein Fenster, in dem man in verschiedenen Feldern Begriffe eingeben kann.

Probieren Sie einfach mal einige Varianten durch und mit ein wenig Übung finden Sie schon bald genau die Ansprechpartner, die Sie suchen und können diese direkt ansprechen.

Wenn ich diesen Menschen anspreche, dann tue ich das in diesem Fall meistens wie folgt: Ich sende ihm oder ihr eine persönliche Nachricht. Darin beziehe ich mich meistens auf ein passendes Stichwort, welches der Kontakt bei „Ich suche“ eingetragen hat, fasse kurz zusammen, was ich zu bieten habe und schließe mit dem Angebot ab, dass man mich bei Bedarf ansprechen darf.

Diejenigen, die sich melden, rufe ich an und wenn alles klappt, wird daraus ein zufriedener Kunde.

Systematische Kontaktgenerierung durch Direktansprache

Neben der gezielten Ansprache von passenden XING-Kontakten, aufgrund eines konkreten Aufhängers, kann ich einen interessanten Kontakt auch einfach in mein Netzwerk einladen. Dies tue ich ebenfalls wieder relativ systematisch und strukturiert, indem ich gezielt suche oder beim Stöbern Mitglieder entdecke, die aufgrund ihrer Position oder ihres Werdegangs interessant erscheinen. Diesen sende ich eine Kontaktanfrage – mal mit und mal ohne Nachricht – und ca. 50% all derer, die ich kontaktiere bestätigen meine Anfrage.

Ich habe übrigens die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, die Kontaktanfrage relativ kurz zu halten und wenig oder gar nichts über das eigene Tätigkeitsfeld zu schreiben. Kurz und knackig, gerne mit einer humorvollen Note, das bringt eine höhere Bestätigungsquote als langwierige Erklärungen des eigenen Geschäfts.

Manchem mag diese Vorgehensweise zu platt oder vielleicht auch zu aggressiv erscheinen. Hier und da kommt auch mal eine Rückmeldung mit dem Tenor: „Ich vernetze mich grundsätzlich nur mit Menschen, die ich schon persönlich kenne und zu denen ich bereits eine geschäftliche oder private Verbindung habe.“ Das ist zum Glück sehr selten aber kommt vor. Also, „so what!“

Der unschätzbare Vorteil von XING für den Vertrieb ist, dass ein Kontakt, mit dem Sie persönlich vernetzt sind, Ihnen in der Regel seine kompletten Kontaktdaten freigibt. Nicht alle, aber geschätzte 90 % aller XING-Kontakte geben Ihnen mit der Bestätigung Ihrer Kontaktanfrage den Zugriff auf ihre geschäftliche Telefonnummer, teilweise mit direkter Durchwahl, meistens auf die Mobiltelefonnummer und oft auch auf die E-Mail-Adresse. Viele unterscheiden inzwischen zwischen privaten und geschäftlichen Daten, geben in der Regel aber auch beides uneingeschränkt frei.

Aus meiner Sicht ist dies einer der größten Vorteile, die XING für die Vertriebsarbeit bietet. Wer viel Telefonakquise macht und häufig in Großbetrieben und Konzernen unterwegs ist, der weiß, wie wertvoll es ist, wenn man die direkte Durchwahlnummer kennt. Auch die E-Mail-Adresse eines Entscheiders ist ein wertvolles Gut, mit dem man sehr sorgfältig umgehen sollte. Deshalb warne ich auch davor, diese Adressen ungefragt in einen Newsletter-Verteiler zu übernehmen, obwohl es viele Berater und Trainer – aber nicht nur die – ungeniert tun.

Ich sende neuen Kontakten eine E-Mail, in denen ich sie in meinem Netzwerk willkommen heiße und biete ihnen an, über einen Link ein kostenloses E-Book herunterzuladen. Dazu muss sich der Interessent natürlich auf einer Landing-Page mit seiner E-Mail-Adresse registrieren und gelangt auf diesem Weg in meinen Newsletter-Verteiler. Der übliche Weg, den man im Rahmen des Content-Marketing geht.

Veröffentlichungen in XING-Gruppen – der „Bekanntheitsturbo“

Für meine Tätigkeit ist die Mitgliedschaft in verschiedenen XING-Gruppen sehr wertvoll. Schauen Sie doch mal, welche Gruppen für Sie thematisch oder auch regional interessant sein könnten und werden Sie dort Mitglied. Damit erhalten Sie selbst viele interessante Informationen, können an Gruppentreffen teilnehmen und natürlich auch selbst Informationen verteilen.

Durch die Veröffentlichung von Fachbeiträgen in XING-Gruppen schafft man es, die eigene Bekanntheit zu steigern und zu zeigen wofür man steht. Das hilft bei der eigenen Positionierung und der Festigung des Expertenstatus.

Sie sehen, im Prinzip nutze ich XING so, wie ich auch auf einem realen Netzwerktreffen agiere. Interessante Menschen spreche ich an und schaue, inwiefern es Ansätze für eine Zusammenarbeit gibt. Wenn dem so ist, „Bingo“ und wenn (noch) nicht, dann ist das auch nicht tragisch.

Richtig wertvoll wird XING aber erst dadurch, dass man die interessanten Menschen, mit denen man dort in Kontakt tritt auch über andere Kanäle – sprich das Telefon – anspricht.

Ich rufe nahezu täglich Kontakte aus XING an. Entweder, weil diese neue Kontakte sind und interessante Punkte bei „ich suche“ eingetragen haben, weil sie auf einen Gruppen- oder Blogbeitrag reagieren oder einfach nur, weil ich ihre Tätigkeit, das Profil oder deren Werdegang interessant finde.

Selbstverständlich erzähle ich diesem Kontakten dann auch, was ich tue und kläre, inwiefern es Möglichkeiten der Zusammenarbeit gibt.

Damit erreiche ich die sinnvolle und logische Verbindung der Online- und Offline-Welt und ziehe daraus regelmäßig neue Kunden und langfristige enge Beziehungen.

XING eröffnet mit seinen mehr als 14 Millionen Mitgliedern riesige Potentiale, um mit potentiellen Kunden in Kontakt zu treten und die eigene Bekanntheit zu fördern. Nutzen Sie die Möglichkeiten und profitieren Sie von dem Wissen derer, die das notwendige Knowhow bereits haben.

Die SALE DIRECT GmbH unterstützt B2B-Unternehmen bei der Entwicklung und Optimierung von Vertriebsstrategien und bei der Umsetzung von Konzepten zur Neukundengewinnung für erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen. Holger Steitz ist Berater, Trainer, Redner und Autor für Vertrieb, Führung und Verhandlungstechniken im B2B-Umfeld und der Kopf von SALE DIRECT.

Mehr B2B-Vertriebs-Knowhow und Ideen für die Neukundengewinnung erhalten Sie in meinem kostenlosen E-Book “Schlüsselqualifikationen erfolgreicher B2B-Verkäufer”. Hier geht’s zum gratis Download.

Im Unternehmensalltag erleben wir immer wieder Situationen, in denen es gilt, die eigenen Interessen zu vertreten und notfalls auch dafür zu kämpfen.

Verhandlung nennt man diese Form der Kommunikation im Allgemeinen und so manchem scheinbar coolen Verhandler mit aufgesetztem Pokerface fällt es schwer, die feuchten Hände unterm Tisch zu verbergen.

Egal, ob es darum geht, intern mit Vorgesetzten oder Kollegen zu verhandeln oder ob man mit Kunden und Lieferanten im Sinne des Unternehmens zu tun hat: Wer gut vorbereitet ist und mit einer schlüssigen Strategie in die Verhandlungen geht, hat klare Vorteile.

Für die Vorbereitung einer jeden Verhandlung ist es zunächst erforderlich, soviel Informationen zu dem jeweiligen Thema zusammen zu tragen, wie nur irgend möglich.

Für eine Preisverhandlung mit Lieferanten oder Kunden sind beispielsweise die Umsatzentwicklungen der letzten Monate, die Planzahlen für die Zukunft oder aufgetretene Probleme im Lieferservice wichtig. Auch Auffälligkeiten hinsichtlich der Qualität oder der Liquidität sowie selbstverständlich harte Fakten zu den zu erwartenden Preisveränderungen bei den Rohstoffen, bei den Energiekosten oder den sich abzeichnenden Lohnentwicklungen sind Gold wert.

Neben Informationen ist es wichtig, mit klaren und eindeutigen Zielen in die Verhandlung zu gehen. Bevor ich also in eine Preisverhandlung mit einem Kunden gehe, sollte ganz klar sein, was ich als Ergebnis mindestens und bestenfalls erzielen möchte.

So könnte man zum Beispiel in die Verhandlung mit einem Großhändler, der als A-Kunde einen großen Teil unseres Umsatzes bringt, mit der Zielsetzung hineingehen, mindestens eine Preiserhöhung von 2 Prozent umzusetzen, das Skonto von 3 % auf 2 % zu reduzieren oder die Bonusregelung in unserem Sinne zu verändern.

An den zu erreichenden Zielen orientiert sich schließlich die Strategie, mit der ich in die Verhandlung gehe.

Was sind die am stärksten wirkenden Leistungsvorteile, die Sie in die Waagschale werfen können? Ist es die zuverlässige Lieferung, die hohe Verfügbarkeit der Teile, die gleichbleibend gute Qualität oder die unkomplizierte Zusammenarbeit mit 24/7 Erreichbarkeit? Vielleicht auch die Kombination oder ganz andere Punkte, die für den Kunden den größten Nutzen der Zusammenarbeit ausmachen. Legen Sie sich die Argumente zurecht und bringen Sie diese als Begründung und Verstärkung ihrer Zielsetzung.

Die Argumentationen, mit denen man die eigenen Ziele erreichen möchte, sollte man dann so detailliert und umfangreich wie möglich zusammentragen und priorisieren. Je genauer ich darlegen kann, welche Punkte für mein Anliegen sprechen, desto besser sind meine Karten.

So sollte man beispielsweise konkret vorrechnen, dass die Erhöhung des Rohstoffes A, der einen Anteil am Produkt von 35 % hat, aufgrund künstlicher Verknappung in den letzten sechs Monaten um 30 % teurer geworden ist, nur deshalb nicht komplett durchgereicht werden muss, weil man bereits durch interne Automatisierungsmaßnahmen noch eine Reduzierung der Lohnstückkosten um 3 % erreichen konnte.

Da man jedoch nicht davon ausgehen sollte, dass die eigenen Argumente unkommentiert und kritiklos akzeptiert werden, macht es Sinn, sich in die Köpfe des Gegenübers zu versetzen. „Im Gehirn des Gegenübers spazieren gehen“, wie man so schön sagt.

Überlegen Sie sich, welche Gegenargumente und möglicherweise auch nicht ganz fairen Tricks ihr Verhandlungspartner aus dem Köcher zaubern könnte.

Eventuell erzählt der Einkäufer, dass er für das kommende Jahr mit höheren Umsätzen aufgrund zu erwartenden höheren Stückzahlen rechnet, um Sie zu ködern. Erwidern Sie nüchtern und sachlich, dass dies an der Ausgangslage nichts ändert, dass Sie trotzdem auf einer Preiserhöhung bestehen müssen und verweisen Sie auf die sachlichen Argumente.

Gerne werden auch Standardfloskeln bemüht, wie beispielsweise „es wird doch alles gerade billiger.“ Dem kann man durch gezieltes Nachfragen, was denn genau billiger wird oder mit dem Zurückholen auf die Sachebene entgegenwirken. Auf jeden Fall sollte man auf die meist gezielte Provokation nicht eingehen, da man sich mit emotionalen Äußerungen in eine ungünstige Position bringen kann.

Dies gilt übrigens in jeder Phase des Verhandlungsprozesses. Bleiben Sie gelassen und entspannt. Überhören Sie Provokationen und leichte persönliche Angriffe und setzen Sie ihr Pokerface auf. Echte und ins persönliche gehende Beleidigungen müssen Sie sich natürlich nicht gefallen lassen. In diesem Falle darf man ein Gespräch auch gerne freundlich, aber bestimmt beenden und einen neuen Termin in anderer Umgebung und gegebenenfalls im Beisein der Vorgesetzten vorschlagen.

Generell sollten gute Verhandler auch gute Zuhören sein und sich emphatisch in den Gegenüber hineinversetzen können. Was ist mein Gegenüberüber für ein Mensch? Welche Motive hat er? Steht er unter Druck oder ist er in der Lage Druck für mich aufzubauen? Empathie und Einfühlungsvermögen sind hier gefragt und es gilt, alle Antennen auf Empfang zu schalten.

Meist laufen Verhandlungen absolut professionell ab und so gilt es dann, neben den harten Fakten und den psychologischen Aspekten, noch die Kunst des Verhandelns an sich zu beherrschen.

Sie nennen natürlich nicht Ihr gewünschtes Verhandlungsergebnis, sondern planen „Verhandlungsmasse“ ein. Sie halten sich ein bis zwei „Goddies“ in der Hinterhand, mit denen Sie Ihr Entgegenkommen demonstrieren, wenn es hart auf hart kommt. Und natürlich verweisen Sie auf Ihre eingeschränkte Verhandlungskompetenz, wenn das Ziel noch zu weit entfernt und momentan scheinbar nicht erreichbar ist. Damit bauen Sie Druck auf und können beim nächsten Termin doch noch den einen oder anderen Punkt in Ihrem Sinne verbessern.

Verhandlungen gehören zum Berufsleben und nicht nur im Vertrieb gilt es, die notwendigen Techniken zu beherrschen, wenn man nachhaltig erfolgreich sein oder bleiben will. Und wie fast überall gilt auch hier, Übung macht den Meister.

Die SALE DIRECT GmbH unterstützt B2B-Unternehmen bei der Entwicklung und Optimierung von Vertriebsstrategien und bei der Umsetzung von Konzepten zur Neukundengewinnung für erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen. Holger Steitz ist Berater, Trainer, Redner und Autor für Vertrieb, Führung und Verhandlungstechniken im B2B-Umfeld und der Kopf von SALE DIRECT.

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Diese Frage, meist beiläufig gestellt, manchmal aber auch ganz provokativ in den Raum geworfen, habe ich schon mehrfach gehört. In der Regel geht man über eine derartige Aussage ja einfach hinweg und eine ehrliche Antwort erwartet offenbar auch niemand.

Ich habe mir  einmal ganz bewusst Gedanken dazu gemacht, was einen echten Vertriebsprofi aus meiner Sicht ausmacht und möchte diese Vorstellungen in diesem Beitrag thematisieren.

Als Vertriebsprofi sollte man auf jeden Fall entsprechendes Knowhow über die gängigen Prozesse und Methoden für die unterschiedlichsten Vertriebsphasen mitbringen.

Für mich ist ein Profi jemand, der in einem bestimmten Metier über sehr viel und tiefes Wissen verfügt und der eine langjährige praktische Erfahrung – natürlich mit entsprechenden Erfolgen bestückt – vorweisen kann.

Schauen wir zunächst noch einmal, was das allwissende Wikipedia dazu ausführt: „Ein Profi, Kurzwort von veraltet Professionist, ist jemand, der im Gegensatz zum Amateur oder Dilettanten eine Tätigkeit beruflich oder zum Erwerb des eigenen Lebensunterhalts als Erwerbstätigkeit ausübt.“

Damit kann ich grundsätzlich mitgehen, will aber versuchen, dies noch explizit auf den Vertrieb zu übertragen. Auf welche Fragen, zu unterschiedlichen Vertriebsphasen, sollte ein Vertriebsprofi Antworten geben können?

In der Presales-Phase:

  • Wie fülle ich den Vertriebstrichter mit neuen Anfragen?
  • Wie spreche ich neue Kunden an?
  • Welche Medien und Werkzeuge nutze ich?
  • Wie bekomme ich Zugang / Termine bei den Entscheidern?
  • Wie verhalte ich mich im persönlichen Kundenkontakt?
  • Wie ermittle ich den tatsächlichen Bedarf des Kunden?

In der Angebotsphase:

  • Wie gehe ich mit Angeboten um, damit meine Chancen auf den Auftrag größer werden?
  • Wie gestalte ich das Angebot?
  • Wann und wie fasse ich nach?
  • Welche Möglichkeiten habe ich, um das Pendel in meine Richtung zu bewegen?

In der Verhandlungsphase:

  • Wie erkenne ich, dass der Kunde abschließen wird?
  • Wie verhandele ich die Preise so, dass ich möglichst wenig Preisnachlass geben muss?
  • Wie kann ich einen drohenden Auftragsverlust doch noch zu meinen Gunsten drehen?
  • Wie kann ich den Abschluss herbeiführen?

In der Bestandskundenpflege:

  • Wie gehe ich mit Reklamationen um?
  • Wie betreue ich meine Kunden so, dass sie nicht bei der ersten Kleinigkeit sofort abspringen?
  • Wie schöpfe ich die Potentiale der Bestandskunden optimal aus?
  • Wie kann ich aus B-Kunden begeisterte A-Kunden machen?

Das ist nur die Basis und das Handwerkszeug, das jeder Vertriebsprofi beherrschen sollte. Für einen echten Profi sind aber sicherlich noch andere Dinge wichtig.

Nehmen wir eine Anleihe beim omnipräsenten Fußball und schauen nach, was man über den gerade in eine Steueraffäre verwickelte Christiano Ronaldo so alles spricht und schreibt.

Auf den ersten Blick erkennt selbst der Laie, dass Ronaldo überdurchschnittlich talentiert ist. Was man aber aufgrund seines manchmal recht divenhaften Auftretens nicht glauben mag, was aber seine Mitspieler stets betonen, ist, dass Ronaldo trainiert, wie ein Besessener.

Wenn andere schon längst in der Dusche stehen, übt CR7 noch Freistöße oder macht individuelles Athletiktraining.

Nur so – und das bestätigt Ronaldo auch immer wieder – kann er immer besser werden beziehungsweise das extrem hohe Niveau halten.

Übertragen auf den Vertriebsprofi gilt das uneingeschränkt. Wer glaubt, sich auf seinen Lorbeeren ausruhen zu können, der irrt ganz gewaltig.

Um als Verkäufer nachhaltig erfolgreich zu sein und sich im harten Kampf mit dem internen und externen Wettbewerb behaupten zu können, ist ständiges Training unerlässlich. Nicht nur, um das, was man bereits beherrscht, weiter zu verbessern, sondern auch um sich den rasanten Veränderungen anzupassen. Wer im B2B-Vertrieb heute beispielsweise noch nicht die nahezu unerschöpflichen Möglichkeiten von XING und LinkedIn nutzt, der verschenkt enormes Potential und der könnte möglicherweise nach der bevorstehenden nächsten Stufe der Digitalisierung im Vertrieb zu den „Abgehängten“ gehören.

Als Vertriebsprofi gilt es, sich durch regelmäßiges Training fit und up-to-date zu halten und dazu sind zwei ganz wichtige Eigenschaften erforderlich: Fleiß und Disziplin.

Wer meint, mit Talent und der Beherrschung von ein paar Strategien und Methoden auf Dauer erfolgreich zu sein, der ist auf dem Holzweg.

Der Weg zum Erfolg ist gerade im Vertrieb von viel Schweiß und Entbehrungen gepflastert und wer beides nicht in ausreichendem Maße mitbringt, wird niemals zu den wirklichen Top-Verkäufern gehören – siehe Christiano Ronaldo.

Ebenfalls wichtig für echte Profis ist die Beherrschung von Praktiken, mit denen man sich selbst und seine Arbeit so organisiert, sodass man zum einen den teilweise enormen Arbeitsaufwand überhaupt bewältigen und zum anderen nicht den Überblick darüber verliert, was wichtig und weniger wichtig ist.

Und schließlich sind für mich noch die sogenannten mentalen Faktoren etwas, bei denen sich der Profi von dem durchschnittlichen oder unterdurchschnittlichen Vertriebler abhebt.

Im Sport, genauso wie in anderen Bereichen und besonders im Vertrieb, braucht man neben der Fähigkeit zur Selbstmotivation und einer extrem hohen Frusttolleranz auf jeden Fall noch eine gehörige Portion Selbstvertrauen. Darüber hinaus sollte man über eine gesunde, positive Grundeinstellung beziehungsweise Technik verfügen, die es einem ermöglichen, auch nach Niederlagen wieder aufzustehen und weiter zu machen.

Es hilft nichts. Man kann nicht immer nur gewinnen und wer nach jeder Niederlage in ein tiefes Loch fällt und nicht wieder herauskommt, der wird im Vertrieb vermutlich scheitern.

Niederlagen sind nicht das Gegenteil von Erfolg sondern ein Teil davon.

Profis verfügen über die mentalen Fähigkeiten, sich selbst wieder aufzurichten, gelassen zu bleiben und an Ihren Erfolg zu glauben.

Ich habe schon viele wirklich talentierte Verkäufer kennen gelernt, die ihr Potenzial nicht ausgenutzt haben, weil sie sich auf ihren Fähigkeiten ausgeruht haben. Regelmäßiges Training, systematische Weiterbildung und der Wille, seine Stärken zu erhalten und an den Schwächen zu arbeiten, bringen nachhaltigen Erfolg und machen den Unterschied aus zwischen Amateur und Profi.

Die SALE DIRECT GmbH unterstützt B2B-Unternehmen bei der Entwicklung und Optimierung von Vertriebsstrategien und bei der Umsetzung von Konzepten zur Neukundengewinnung für erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen. Holger Steitz ist Berater, Trainer, Redner und Autor für Vertrieb, Führung und Verhandlungstechniken im B2B-Umfeld und der Kopf von SALE DIRECT.

In dem im Haufe-Verlag erschienenen Fachbuch “Verkaufen ohne Tricks und Kniffe: Mit System zum B2B-Vertriebserfolg”, beschreibt Holger Steitz den kompletten Verkaufsprozess für Investitionsgüter und Dienstleistungen und gibt für alle Phasen Praxistipps für Einsteiger aber auch für Vertriebsverantwortliche in Unternehmen.